Wie der Anzhäuser Gückel Weihnachten rettete

Von: Familie Meier

Es war der 17. Dezember in Anzhausen, und über den Dächern des kleinen Dorfes lag eine feine
Schneeschicht. Das ganze Dorf war schon festlich geschmückt: Sterne funkelten in den Fenstern,
Lichterketten hingen in den Bäumen und aus manchen Häusern duftete es nach Plätzchen und
Tannennadeln. Die Vorfreude war überall zu spüren.
Auch der Anzhäuser Gückel freute sich schon riesig auf Weihnachten. Stolz saß er auf dem Dach
von Familie Müller aus der Hager und beobachtete die Kinder, die unterhalb vom Sportplatz den
Berg mit ihren Schlitten runter sausten.
Doch plötzlich erschrak er. „Kikeriki – Oh nein!“, krähte der Gückel. „Der große Weihnachtsstern
über dem Sportplatz – er leuchtet nicht!“
Seit vielen Jahren hing dort eine riesige Sternschnuppe, die die Altherren Truppe traditionell jedes
Jahr im Advent aufhing. Er war so hell, dass man ihn noch aus Flammersbach sehen konnte. Und
alle Anzhäuser Kinder und auch der Gückel waren sich sicher, das Christkind kann sie nur Dank der
Sternschnuppe jedes Jahr wiederfinden.
Der Gückel plusterte sich auf. „Kikeriki – Wenn der Stern dunkel bleibt, findet das Christkind uns
nicht! Das darf nicht passieren!“
Schnell flatterte er hinüber über die Corncordia hinweg, raus aufs Feld. Wo gerade der Schäfer seine
Schafsherde zusammentrieb. Zwischen den Schafen standen auch die drei Alpakas – Pina, Paco und
die kleine Lotti.
„Määäh – Was ist denn los, Gückel?“, blökte eines der Schafe.
„Der Stern über dem Sportplatz ist aus, Kikariki!“, rief der Hahn. „Wir müssen etwas tun!“
Da trabte Pina, das schlaue Alpaka, nach vorn und meinte:
„Vielleicht kann uns die Feuerwehr helfen. Die wissen doch, wie man große Dinge zum Leuchten
bringt!“
Also machte sich die ganze Truppe auf den Weg zum Feuerwehrhaus. Der Gückel flatterte aufgeregt
voran, gefolgt von den Schafen und den drei Alpakas. Der Schnee knirschte unter ihren Hufen, als
sie durch die Bösselbach liefen.
Die Feuerwehr Oberesweißtal hatte gerade ihre Weihnachtsübung abgeschlossen und ließ den
Abend noch bei leckeren Getränken und einer Pizza von Pico Bello ausklingen. Aus dem
Gerätehaus hörte man Weihnachtsmusik und fröhliches Lachen. Da stürmten plötzlich der Gückel
und die Tiere hinein!
„Was ist denn hier los?“, lachten die Feuerwehrleute verwundert.
„Kikeriki – Der Stern!“, rief der Gückel, „er leuchtet nicht mehr! Ohne ihn findet das Christkind uns
nicht!“
Die Feuerwehrmänner und Frauen schauten sich kurz an, nickten und waren sich sofort einig.
„Na dann,“ sagten sie, schnappten sich Jacken und Mützen, „dann bringen wir den Stern wieder
zum Strahlen!“
Mit dem großen Feuerwehrauto ging es also schnell los Richtung Sportplatz. Die Schafe und
Alpakas folgten dicht dahinter, und der Gückel saß stolz auf der Sirene, während sie durch die
verschneite Schürscheid fuhren.
Oben auf dem Mast am Sportplatz hing der große Stern – still und dunkel. Der Wind wehte leise,
und die Schneeflocken glitzerten im Licht der Taschenlampen.
Die Feuerwehr baute ihre Leiter auf, und der Truppenführer höchstpersönlich, kletterte hoch, um
nach dem rechten zu sehen. Es dauerte nicht lange, da rief er: „Ach bloß ein loses Kabel! Das
krieg’n wir hin!“
Gespannt schauten die Schafe und Alpakas zu wie alles repariert wurde. Mittlerweile hatte sich
herum gesprochen, dass die Sternschnuppe nicht mehr leuchtete. Nach und nach kamen immer
mehr Anzhäuser um nach dem Rechten zu sehen. Der Heimatverein kam mit heißem Apfelsaft, um
alle zu wärmen. Der Gückel flatterte aufgeregt umher.
Dann rief einer der Feuerwehrleute: „Achtung – jetzt!“
Ein Klick, ein Summen – und ZACK! – der Stern über dem Sportplatz begann zu leuchten! Erst
ganz schwach, dann immer heller, bis der ganze Platz in goldenem Licht erstrahlte.
Alle staunten, jubelten und klatschten vor Freude.
Da rief einer: „Seht, da oben am Himmel!“
Und tatsächlich – ein heller Stern zog über Anzhausen, genau über der Hager.
Der Gückel breitete stolz die Flügel aus. „Kikeriki – Das Christkind hat uns gefunden!“.
Die Schafe blökten fröhlich, die Alpakas tanzten im Schnee und sogar Henner tanzte. Die
Feuerwehrleute stießen mit heißem Apfelsaft an, während der Posaunenchor Weihnachtslieder
spielte. .
Und mitten im festlichen Lichterglanz, als alle lachten und sangen, krähte der Anzhäuser Gückel so
laut, dass es durchs ganze Siegerland hallte:
„Kikeriki – Frohe Weihnachten, Anzhausen – Kikeriki!“

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